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Marokko 2000
Reisebericht
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Reiseroute :
Ceuta - Martil - Tetouan - Chefchaouen - Ouazzane - Fès - Bir-Tam-Tam - Tafferte - Taza - Guercif - Outat-Oulad-El-Haj - Missour - Rich - Tymarine - Rich - Errachidia - Goulmima - Erfoud - Rissani - Alnif - Tazzarine - Zagora - Tagounite - Mhamid - Zagora - Agdz - Ouarzazate - Foum-Zguid - Tissint - Tata - Akka - Icht - Bouizakarne - Tagant - Guelmim - Tan Tan - Abbeteh - Smara - Laayoune - Lemzid - Boujdour - Dakhla - Boujdour - Lemzid - Laayoune - Bou Craa - Tarfaya - Tan Tan - Guelmim - Bouizakarne - Tka Akhsass - Tiznit - Bge Youssef Ben - Agadir - Taroudannt - Tizi-n-Test - Asni - Marrakech - Ben Guerir - Casablanca - Rabat - Kenitra - Ksar-el-Kebir - Tanger
Teil 5 (3. Oktober bis 11. Oktober)
3. Oktober
Als uns die pralle Sonne weckt, sind alle anderen bis auf einen schon weg. Der Djemaa el Fna, der von hier oben gut einzusehen ist und gestern abend noch voll von Essensständen war, ist völlig leer. Und überhaupt wirkt heute morgen alles viel gelassener als gestern. Das Frühstück stellt mit Spiegelei, Brot und Marmelade eine fast unglaubliche Abwechslung zu dem dar, was wir bisher gewohnt waren. Wir buchen noch für die nächste Nacht und erfahren dabei auch, daß das Hotel eine eigene Garage hat, die von einem alten Mann bewacht wird (der sitzt tatsächlich den ganzen Tag davor und bewacht die drei Autos, die da reinpassen). Wir parken also das Auto um, die Abfahrt in die Kellergarage ist viel zu steil, was die Kardanwelle mit einem fiesen Aufsetzer quittiert. Danach schimmeln wir noch was im Hotel rum und genießen den puren Luxus von fetten Sofas und richtigen Duschen. Gegen Mittag machen wollen noch Mitbringsel für zuhause in den Suqs gekauft werden, später gibt's noch Tee in einem Café am Djemaa el Fna und wir machen uns auf den Weg in die neue Stadt. Vorher erwischen uns noch ein paar Schlangenbeschwörer, legen uns ihre Viecher um den Hals und wollen dafür von jedem 100DH haben, kriegen im Endergebnis aber doch deutlich weniger. Endlich mal wieder abziehen lassen, wie schön. Die "neue Stadt" bietet im Gegensatz zum hektischen Treiben in den Suqs ein komplett anderes Bild: breite Bürgersteige, noble Boutiquen und Restaurants, kein Müll und nicht mal mehr Eselskarren fahren hier herum. Und das alles innerhalb von ein paar hundert Metern. Mit gekühltem Dosenbier gehen wir schließlich zum Hotel zurück und beobachten von der Dachterrasse aus den Djemaa el Fna. Abends erkunden wir noch etwas das Nachtleben in der neuen Stadt, [...], um 1.30 sind wir aber schon wieder auf dem Hotel. Hier diskutiert noch eine Gruppe von Spaniern. Unsere Schuhe stinken alle bestialisch und wir legen uns schlafen.
4. Oktober
Wiedermal weckt die Sonne, wiedermal sind wir fast die letzten, die aufstehen. Nach dem Hotelfrühstück wieder in die Suqs, noch mehr einkaufen. In einem Café folgen dann noch weitere Ewigkeiten mit dem Schreiben von Postkarten. Um 14.00 sind wir wieder am Auto. Gemeinsam mit dem Wach-Opi müssen wir nur noch ein anderes Auto beiseite heben und mit viel Mühe kommt der Benz mit scharrenden Rädern und etwas Schwung die Garagenabfahrt wieder hoch, diesmal setzt er sogar nicht mal auf. Nach einem kurzen Abstecher zum Königspalast geht es mit Umweg über McDonalds (hier gibt es das McMaroc-Menü, jemanden, der den Benz kaufen will und einen sandfreien Luftfilter für den Benz) los in Richtung Casablanca. 17.15 Ben Guerir. Die Nachtplatzsuche in der stark bewirtschafteten Gegend um Mechra-Benâbbou schlägt fehl und da es mittlerweile dunkel geworden ist, beschließen wir, bis nach Casablanca durchzufahren. 20.00 Berrechid, weiter auf der S114. Eine halbe Stunde später sind wir in Casablanca, einer riesigen Stadt, die vom ersten Eindruck her genauso gut in Spanien oder Frankreich hätte sein können. Nach einer guten Stunde planlosem Hin- und Hergeirre in der Stadt, stellen wir den Benz in der Nähe des Hyatt ab und machen uns zu Fuß auf die Suche. Lange Suche, entweder sind die Hotels zu teuer oder angeblich voll (auch wenn kein Mensch da ist) oder nirgendwo in der Nähe kann man die Karre einigermaßen sicher abstellen. Vom Ibis-Hotel am Bahnhof aus verfolgt uns noch ein Vermittler, der uns in ein anderes am Arsch der Welt gelegenes Hotel verfrachten will. Bis fast 40km/h hält der offenbar flüssigmetallene T2000 gut mit, wohlgemerkt zu Fuß. Die Billighotels bei der Jugendherberge sind angeblich auch alle voll. die Blicke der Portiers sagen aber eher sowas wie "Geht weg, wir wollen keinen Streß!". Angesichts der vielen Klebstoff- oder sonstwasschnüffelnden, sich halb prügelnden, kaputten Jugendlichen hier haben sie vielleicht recht. Im Endergebnis landen wir dann im Hotel Excelsior an der Ecke Av. Hassan II/Rue Nolly, einem ehemaligen Luxushotel im Kolonialstil, inzwischen etwas runtergekommen aber ziemlich gemütlich. Der Wagen steht in der Obhut von ein paar kiffenden Wächtern am Hyatt einigermaßen sicher. Hoffen wir zumindest. Mittlerweile ist es 2.00 und ein richtiges Bett hat echt was für sich. Und Casablanca ist cool, wenn auch etwas krank, zumindest abends. Koordinaten des Zimmers: 33°36' 32"N, 7°36' 41"W.
5. Oktober
Irgendwann wache ich auf, keine Ahnung, wieviel Uhr es ist. Es ist immerhin schon hell und viel Lärm auf der Straße. Also wecke ich die beiden anderen mit Hilfe meiner stinkenden Socken von gestern, was auch hervorragend funktioniert. Auf einmal beginnt ein lautes Gegröle und Gehupe auf der Straße, offenbar eine Demonstration mehrerer hundert Jugendlicher. Keine Ahnung wofür oder wogegen. Irgendwie sind die nach Geschlechtern getrennt, erst kommen die Jungs, dann die Mädels. Alle tragen einheitlich irgendwas weißes hemdartiges. Aber da ich ja schon alle geweckt habe, kümmere ich mich nicht weiter drum, lege mich wieder ins Bett und werde erst wieder vom lauten Gekreische der Mädels wach, die mittlerweile genau vor unserem Hotel angekommen sind. Ich sehe Haubi winken und rufen, fett und in Unterhose steht er am Fenster und feuert die Mädels an. Ich werfe auch einen Blick hinunter: ein paar hundert Mädels jubeln zu unserem Fenster hoch, die Jungs präsentieren relativ geschlossen ihre Mittelfinger. Als wir uns von der Front verkriechen, beginnen Sprechchöre. Ein paar lange Minuten später zieht die Meute dann weiter, was uns angesichts ihrer Masse nicht wirklich traurig macht. Frühstück gibt's im "Café de France" am Place des Nations Unies, an dem auch unser Hotel liegt. Haubi muß sich unaufhörlich der Schuhputzjungs erwehren, die es doch tatsächlich wagen, seine Schuhe putzen zu wollen. Wir genießen noch etwas die ungewohnt interessanten Aussichten, die Casablanca bietet und machen uns dann auf zum Stadtrundgang. Bei Tageslicht stellt sich die Stadt schon wesentlich freundlicher dar, als gestern abend. Über den Boulevard Houphouët Boigny starten wir in Richtung Hafen, von da aus dann zur Moschee Hassan II, kommen unterwegs an schönen alten und vergammelten Häusern vorbei. Die Moschee -nach der in Mekka die größte der Welt- ist mitten ins Meer gebaut und steht auf einer Art Stelzen. Ziemlich protzig das Ding, die zur Zeit im Nebel verschwundene Spitze des 200m hohen Minaretts ist mit drei Kugeln aus zusammen immerhin 3,7 Tonnen Gold verziert, war wohl auch recht teuer. An der Küste entlang in Richtung des Nobel-Stadtteiles Anfa präsentieren sich abgewrackte Betonklötze und ummauerte (!) Slums. Die Gegend wird bald wieder angenehmer, hat aber wohl schon bessere Zeiten gesehen. Alles ist etwas angegammelt, vor allem die vielen leeren Schwimmbäder direkt am Strand. Anfa ist den wirklich Reichen vorbehalten, die riesigen Villen sind größtenteils abgeschottet mit Mauern, Hecken und teilweise Kameras. Auf dem Rückweg zum Hotel finden wir uns auf einmal inmitten der Weißhemden von heute morgen wieder. Mit ungutem Gefühl durchwandern wir sie unerkannt, eine Ecke weiter erkennen dann aber doch noch ein paar Mädels Haubi wieder, kreischen und machen seine Anfeuergeste nach. Sonst passiert nix. Mit einem vernünftigen Vorrat an gekühltem Dosenbier sind wir erst in der Dunkelheit wieder im Hotel. Gegen 23.00 Uhr erstmal was essen gehen, [...] gegen 1.00 lassen wir uns im Taxi nach Anfa fahren, wo die Discos der Stadt sein sollen. Sind sie auch, wir landen in einer davon, [...].

6. Oktober
Nach Mittag organisieren wir uns was fürs Frühstück, später im Hotel waschen wir unsere in der Waschtrommel auf dem Autodach halb vergammelte und stinkende Wäsche aus und hängen sie auf eine quer durchs Zimmer gespannte Leine. Sieht gut aus. Gegen 16.00 Uhr auf dem Weg in die Medina gehen wir kurz am Auto vorbei, um ein paar Kleinigkeiten zu holen. Wie schön, ein Platter! Naja, wenigstens fällt so auch das Klauen schwerer. In der Medina herrscht das gleiche Gewusel wie in den anderen Städten auch. Wir kaufen unnützen Krempel und schwarzkopierte Musikkassetten. Antonio gönnt sich noch eine Levis 501, deren Passform sich später als wirklich ganz hervorragend herausstellt. Lediglich die Knopflöcher müssen noch gestochen werden. Auf dem Rückweg ins Hotel besorgen wir noch Brot, Bananen und Bier fürs Abendessen, der gestrige Abend ist bestimmendes Gesprächsthema. Um 24.00 verlassen wir wieder das Hotel, essen im gleichen Imbiß wie gestern und fahren mit dem Taxi nach Ain Diab, hier soll es weiteres Nachtleben geben, der Fahrer hält aber vor den gleichen Läden wie gestern. Wir glauben zwar nicht, da zu sein, wo wir hinwollten, aber irgendwie ist es auch egal und wir steigen aus. Auf einer Bank vernichten wir erstmal die restlichen Biere und überlegen, wo wir hingehen. Der Laden von gestern kommt nicht in Frage, zumal auch ein silberner Peugeot 205 vor der Tür steht. Die restliche Auswahl ist auch nicht so prickelnd und wir fahren zurück in die Innenstadt und suchen den Schuppen, den uns gestern jemand empfohlen hat. "Triomphe" heißt das Ding, sieht von außen schon gefährlich rot aus und nach ein paar Minuten flüchten wir denn auch wieder, sehr zur Belustigung der Türsteher. In der Fußgängerzone will uns noch ein Klebstoffschnüffler seine Uhr verkaufen. Wir wollen nicht? Dann will er eben so unser Geld. Kriegt er aber nicht. Ziemlich kaputt der Typ, als irgendwelche Bekannten von ihm vorbeikommen, hat er uns aber schnell vergessen. Gegen 3.00 sind wir wieder im Hotel.
7. Oktober
Pünktlich um 12.00 verlassen wir das Hotel und bringen das Gepäck zum Auto. Nach Frühstück in einem Café, Internet, Reifenwechsel und einem überaus landestypischen Döner verlassen wir Casablanca gegen 16.00 auf der P1 in Richtung Rabat. 17.30 Rabat, wir fahren nur durch. Eine Stunde später überfahre ich von einem Linienbus mehrmals angeschubst eine rote Ampel. woraufhin wir direkt von einem Polizisten angehalten werden. Natürlich nur wir, nicht aber die ganzen anderen, die noch hinter und vor uns über die rote Ampel gefahren sind. Der Polizist will alle Papiere sehen und faselt irgendwas von einer großen Strafe. Er entpuppt sich als Witzbold, will kein Geld (dafür aber sein Kollege den Benz kaufen), und wünscht uns eine "bonne route". Etwas später biegen wir von der P2 auf eine kleine Piste in den "Forêt de la Maâmora" und haben nach einer halben Stunde einen Nachtplatz zwischen Eukalyptusbäumen gefunden. Aus dem rostigen Billie gibt's Nudeln mit Knoblauch. Der Wald ist vom Mond hell erleuchtet, in der Ferne Trommeln (?!) und Hundegebell, auch der Rest des Waldes erscheint sehr lebendig. Blairwitch Projekt läßt grüßen. In der Nacht weckt mich ein wild bellendes und knurrendes Hunderudel, in dessen Revier wir wohl liegen. Die Viecher ziehen aber wieder ab. GPS: 34°14' 00"N, 6°38' 03"W.
8. Oktober
Während dem Frühstück aus Melone und Kaffee hören wir die in Casablanca erstandenen Kassetten. In der Nähe ist offenbar ein Fußballplatz, einige Leute und eine Kuh- und Schafherde kommen vorbei. Aber irgendwie interessieren wir hier keinen. Etwas später gesellt sich dann doch noch ein etwa 20jähriger zu uns. Er arbeitet in einer Fabrik für 8DH die Stunde, in Deutschland war er auch schon, er habe 4000DH für das Visum bezahlen müssen. Haubi muß ihm dann noch die deutschen Zahlen in einer Art Lautschrift aufschreiben, wofür auch immer. Gegen 11.30 zieht er weiter, wir packen zuammen und fahren los. Polizeikontrolle in Kenitra, diesmal ungewohnt unfreundlich und penibel. Über die P2 wollen wir nach Ksar-el-Kebir, wo heute Markt sein soll, um noch ein paar Geschenke für die Heimat aufzuladen. Die Strecke dorthin führt hauptsächlich durch landwirtschaftlich genutztes, bewässertes Gebiet. Wir parken vor einem Verwaltungsgebäude, ein Angestellter verspricht, ein Auge auf die Karre zu haben. Der Ort zeigt sich zuerst sehr angenehm, Touris scheint es hier nicht zu geben. Aber es dauert nicht lange, bis sich wer als Führer aufdrängen will und uns die ganze Zeit verfolgt. Nachdem Haubi auch noch in Bedrängnis geraten war, als ihm mehrere Jugendliche an die Tasche wollten, haben wir genug von dem für uns ohnehin wenig ergiebigen Markt und gehen zurück zum Auto. Auch der Führer verabschiedet sich fluchend. 14.45 Abfahrt, unterwegs beschließen wir schon heute, und nicht von Ceuta, sonder von Tanger aus überzusetzen. 40km vor Tanger wird nochmal vollgetankt, unterwegs werden die letzten Geschenke am Straßenrand gekauft. Die letzten Kilometer auf afrikanischem Boden werden von der täglich bewährten Kassette, einer eigentlich grauenvollen Mischung aus Britney Spears und ähnlichem mit deutschem Hip Hop, begleitet. Die Stimmung dabei ist diesmal aber fast schon melancholisch, so richtig kann sich keiner auf das nahe Ende der Tour freuen. Um 18.15 sind wir schließlich am Hafen, direkt an der Einfahrt fängt uns ein Polizist ab und vermittelt uns an einen Tickethändler weiter. Insgesamt 1298DH bezahlen wir für die Fähre. Nach einer halben Stunde ist der Papierkram erledigt, einen Teil davon haben irgendwelche aufdringlichen Helfer erledigt, die dafür ein paar unserer restlichen Dirham bekommen haben. Die im Reiseführer beschriebene Fahrzeugkontrolle bleibt aus, die Zollbeamten fragen nur nach Drogen, gucken, ob niemand im Kofferraum liegt und sind nicht weiter auf Arbeit aus. Um 19.15 fahren wir als erstes Auto in die Fähre, insgesamt werden es nur 11 werden. 20.00 legt die fast leere Fähre ab, der Hafen von Tanger verschwindet, die Überfahrt vergeht schnell. Um genau 22.20 nach unserer Zeit, also 0.20 Ortszeit legen wir in Spanien an, keine nennenswerte Kontrolle am Zoll. Der spanische Straßenverkehr erscheint auf einmal übertrieben geregelt. Neben roten Ampeln auf vollkommen leerer Straße gibt es sogar Schilder, die einem erklären, wo ein Tunnel zuende ist. Wirklich eine unentbehrliche Hilfe!
9. Oktober
Wir fahren die Nacht durch und sind um 10.00 wieder im Ruizschen Haus in Torre de la Horradada (37°51' 52"N, 0°45' 52"W), wo alle noch schlafen. Nach herzlicher Begrüßung verbringen wir den Tag in größerer Runde im und ums Haus und auf dem Markt. Mama Ruiz' Kochkünste sollen an dieser Stelle dankenderweise nicht unerwähnt bleiben! Die Rückfahrt haben wir auf irgendwann morgen festgelegt. Nach ein paar Flaschen vom guten San Miguel am Abend und vierzig Stunden ohne Schlaf brauche ich genau keine Minute zum Einschlafen.
10./11. Oktober
Nach dem Frühstück wechseln wir die Räder am Auto so, daß die am wenigsten Vertrauen erweckenden auf dem Dach sind und packen das Auto. Danach fahren wir nochmal zum Strand und werden am Nachmittag mit leckerer Paella verwöhnt. 19.45 fahren wir los, ab jetzt sind wir zu viert, da Luise mit uns zurückfährt. An der Grenze zu Frankreich, die wir um 5.00 passieren, meldet sich erstmals die Ladekontrollampe. Der Keilriemen ist noch dran, also ist's wohl die Lichtmaschine. Oder -viel wahrscheinlicher natürlich- die Lampe leuchtet unberechtigt auf und alles wird sich in Wohlgefallen auflösen. Bei einer Pause geht dann der Motor, der dank undichter Zentralverriegelung schon seit gestern nicht mehr durch Schlüsseldreh auszuschalten ist, nun auch nicht mehr an. Die Batterie hat nach einer Nacht mit Beleuchtung und lauter Musik und offenbar doch ohne Ladung keinen Saft mehr. Wir schieben den Wagen an, und fahren mit leerer Batterie und ohne Musik weiter Richtung Waldkirch/Schwarzwald. An der Grenze Frankreich-Deutschland kommt dann doch noch die große Drogenkontrolle mit Spürhund, der aber zum Glück nichts findet. Der Benz, durch Abwürgen ausgemacht und zum Weiterfahren angeschoben, erntet dabei etwas verwunderte Blicke der Grenzer. Um 16.00 sind wir dann bei Haubis Eltern in Waldkirch, wo wir freudig empfangen werden. Der eher aus Faulheit als aus Unwissenheit (es regnet schließlich) gerufene ADAC-Mensch diagnostiziert eine kaputte Lichtmaschine und baut uns diese aus, im Endergebnis besorgen wir uns aber nur einen neuen Regler, was auch erstmal reicht. Nach köstlichem Essen im Hause Hauptmann treten wir um 20.30 die letzte Etappe der Heimreise an. An einer Raststätte durchsuchen uns noch zwei offensichtlich gelangweilte Grüngekleidete nach Drogen, besonders lustig dabei die "Durchsuchung" von Luise: "Drehen se ma die Taschen nach außen!" "Nee, geht nicht bei der Hose, aber sie können ja nachfühlen!" "Nee, das darf ich nicht." - ohne Worte. Am Auto verlieren die beiden dann aber bald die Lust, wühlen etwas unmotiviert in Handschuhfach und sonstigen zweifelsohne todsicheren Verstecken rum und machen sich dann davon. Um 1.30 nimmt die Reise nach ungefähr 15.000km schließlich da, wo sie angefangen hat, in Siegburg, ein angenehmes Ende ...

Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein toller Schlußsatz. Und solange mir keiner eingefallen ist, bleibt auch das Baustellenschild stehen. Ach und nochwas zum Abschluß: Wer's bis hierhin gebracht hat, der schafft es ja vielleicht auch noch ins Gästebuch?!
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© 2001 A. v. M.
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